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Autor Thema: Warum sind hier Nahrungsergänzungsmittel so teuer und in den USA nicht?  (Gelesen 108 mal)
Petra
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« am: 15. November 2007, 23:41:36 »

Hallo, Wink

Diesen sehr informativen Artikel habe ich aus DEAM kopiert. Wenn es nach der DGE gegangen wäre, wäre Linus Pauling unmöglich 93 Jahre alt geworden, sondern wäre durch seine Ernährung bereits wesentlich früher an hochgradiger Vergiftung gestorben!!  Shocked


Wer heute die Begriffe Nahrungsergänzung oder Nahrungsergänzungsmittel verwendet, ist sich oft gar nicht bewusst, was damit wirklich gemeint ist. Ein Grund hierfür ist die unterschiedliche Verwendung und die missverständliche Einordnung dieser Begriffe.

Vor allem in Deutschland wird selbst die sinnvolle Nahrungsergänzung oft verdammt, obwohl sie medizinisch wichtig sein kann. Es gibt viele Situationen im Leben eines Menschen, die eine Nahrungsergänzung, also bestimmte wichtige Zusätze zur täglichen Ernährung, wichtig werden lassen. Im Krankenhaus erleben wir dies täglich. So werden vielen Patienten in den Krankenhäusern die lebenswichtigen Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren über eine Kanüle zugeführt, obwohl sie auch feste Kost zu sich nehmen. Das ist oft nichts anderes, als eine medizinische Nahrungsergänzung.

Die in der allgemeinen Werbung genannten Nahrungsergänzungen sind aber völlig andere Präparate mit oft dubiosen Kombinationen von Inhaltsstoffen. Diese allgemein zugänglichen Nahrungsergänzungsmittel gibt es inzwischen zu Tausenden. Damit sie nicht in schädlich hohen Dosierungen in den Handel gelangen, hat der Gesetzgeber diese Form der Nahrungsergänzung in einer eigenen Verordnung definiert.

„Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel und zur Änderung der Verordnung über vitaminisierte Lebensmittel“ vom 24. Mai 2004legt alles bis ins Detail genau fest.Sie sagt dazu im § 1:

    (1) Nahrungsergänzungsmittel im Sinn dieser Verordnung ist ein Lebensmittel, das
    1. dazu bestimmt ist, die allgemeine Ernährung zu ergänzen.
    2. ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung allein oder in Zusammensetzung darstellt und
    3. in dosierter Form, insbesondere in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen und anderen ähnlichen Darreichungsformen, Pulverbeuteln, Flüssigkeitsampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen und ähnlichen Darreichungsformen von Flüssigkeiten und Pulvern zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht wird.
    (2) Nährstoffe im Sinne dieser Verordnung sind Vitamine und Mineralstoffe, einschließlich Spurenelemente.

Wer jetzt aber der Meinung ist, eine Nahrungsergänzung sei damit klar definiert, irrt sich gewaltig, wie zahlreiche Hersteller solcher Produkte, die auf den deutschen Markt drängen. Jetzt wird es echt deutsch, also wirklich kompliziert. Der Amtsschimmel setzt zum Wiehern an und bringt das „Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetze" ins Spiel, was wiederum das "Arzneimittelgesetz" wirksam werden lassen kann.

Alles verstanden? Wenn nicht, dann weiter lesen.

Stellen wir uns einmal vor, wir hätten ein Nahrungsergänzungsmittel erstellt, das bereits seit mehreren Jahrhunderten in seiner Wirksamkeit bekannt ist. Wir haben konzentrierten Zitronensaft abgefüllt, der in der Geschichte bereits tausende von Seeleuten von Skorbut geheilt hat. Skorbut ist eine Mangelerkrankung, die auf dem Fehlen von Vitamin C beruht. Nun haben wir eine Nahrungsergänzung nach der bereits erwähnten Vorschrift. Wir wollen unser Produkt aber auch verkaufen und müssen deshalb Werbung machen. Also bewerben wir unser Nahrungsergänzungsmittel mit den Worten "heilt Skorbut".

Das war ein gravierender Fehler! So sieht das jedenfalls der § 2 des „Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes“, kurz LMBG. Dieser Paragraph definiert nämlich Arzneimittel und sagt dazu:

    (1) Arzneimittel sind Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen, die dazu bestimmt sind, durch Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper
    1. Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhafte Beschwerden zu heilen, zu lindern, zu verhüten oder zu erkennen,
    2. die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktionen des Körpers oder seelische Zustände erkennen zu lassen,
    3. vom menschlichen oder tierischen Körper erzeugte Wirkstoffe oder Körperflüssigkeiten zu ersetzen,
    4. Krankheitserreger, Parasiten oder körperfremde Stoffe abzuwehren, zu beseitigen oder unschädlich zu machen oder
    5. die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktionen des Körpers oder seelische Zustände zu beeinflussen.

Vereinfacht heißt das: Alles, was bei Heilung oder der Verbesserung einer Erkrankung hilft oder auch nur vorbeugt, ist bereits ein Arzneimittel. Natürlich trifft dies auch auf unsern Zitronensaft zu. Man muss sich das einmal logisch vorstellen: Nur weil wir sagen, dass Zitronensaft Skorbut vorbeugen und heilen kann, also eine allgemein bekannte Aussage wiederholen, wird aus unserer Nahrungsergänzung ein Arzneimittel. Sagen oder schreiben wir es nicht, bleibt der Saft weiterhin ein normales Nahrungsergänzungsmittel. Hiermit zeigt der Gesetzgeber, dass er den Sinn von Nahrungsergänzungen, ja sogar den der täglichen Nahrung völlig ignoriert oder nicht erkannt hat. Es ist seit mehr als sechs Jahrtausenden bekannt, dass unsere Nahrung die Basis der Gesundheit ist. Mit jedem Bissen, den wir zu uns nehmen, erzielen wir biologische und medizinische Wirkungen im Körper.

Doch was bedeutet das für ein Nahrungsergänzungsmittel, wenn es plötzlich als Arznei eingestuft wird. Darüber informiert und das Arzneimittelgesetz, das jetzt ins Spiel kommt.

Wird also durch eine ungeschickte Werbeaussage aus einer normalen Nahrungsergänzung juristisch ein Arzneimittel, tritt der § 21 des Arzneimittelgesetzes in Kraft:

    (1) Fertigarzneimittel, die Arzneimittel im Sinne des § 2 Abs. 1 oder Abs. 2 Nr. 1 sind, dürfen im Geltungsbereich dieses Gesetzes nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie durch die zuständige Bundesoberbehörde zugelassen sind oder wenn für sie die Kommission der Europäischen Gemeinschaften oder der Rat der Europäischen Union eine Genehmigung für das Inverkehrbringen gemäß Artikel 3 Abs. 1 oder 2 der Verordnung (EWG) Nr. 2309/93 des Rates vom 22. Juli 1993 zur Festlegung von Gemeinschaftsverfahren für die Genehmigung und Überwachung von Human- und Tierarzneimitteln und zur Schaffung einer Europäischen Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln (ABl. EG Nr. L 214 S. 1) erteilt hat. Das gilt auch für Arzneimittel, die keine Fertigarzneimittel und zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind, sofern sie nicht an pharmazeutische Unternehmer abgegeben werden sollen, die eine Erlaubnis zur Herstellung von Arzneimitteln besitzen.

Für unseren Zitronensaft würde dies bedeuten, dass wir für ihn zuerst eine Zulassung als Arzneimittel beantragen müssen, ehe wir ihn mit der Skorbut-Heilaussage verkaufen könnten. Der Vertrieb bleibt dann natürlich nur den Apotheken vorbehalten. Für die Zulassung als Arzneimittel müsste unser Zitronensaft dann aber erst intensivst untersucht und getestet werden. So ein Verfahren ist sehr zeitintensiv und äußerst kostenaufwendig. Laborversuche, Langzeitstudien und Tests mit Tieren und Menschen stehen vor jeder Zulassung. Der Preis für unsere Flasche würde sich ins Utopische steigern, ohne dass wir daran etwas verdienen.

Wollen wir all diese unangenehmen und teuren Dinge vermeiden, müssen wir sehen, dass aus unserem Zitronensaft rasch wieder eine einfache Nahrungsergänzung wird. Das ist wesentlich einfacher und auch billiger für uns.

Wenn wir mit unserer Nahrungsergänzung richtig viel Geld verdienen wollen, nennen wir den Zitronensaft ein Nahrungsergänzungsmittel, ändern Werbeaussage und Etikett und schreiben nun darauf „Unser Saft stärkt das Immunsystem und sorgt für eine gute Gesundheit“.

Jetzt haben wir ein Produkt, dass den deutschen Normen und Gesetzen entspricht und wir können einen Preis von 60 € oder mehr verlangen. Dass es die gleiche Menge unseres Zitronensaftes im Supermarkt um die Ecke für weniger als 1 € gibt verschweigen wir dezent, verpacken die Flasche in einen teuer aussehenden Karton und lassen ein Prospekt mit einem tollen Produktnamen drucken. „Juicy Power Super Lotion“ oder so ähnlich steht dann in dem Prospekt, dazu tolle Bilder mit fröhlichen Menschen und eine Menge Gesundheitsaussagen, weil wir ja keine zu Erkrankungen machen dürfen. Fertig ist ein typisches Produkt, wie es inzwischen leider zu viele auf dem weltweiten Markt der Nahrungsergänzung gibt.

Ändern wir die Aussage nicht und verkaufen unsere Nahrungsergänzung trotzdem weiter, tritt eine weitere typisch deutsche juristische Falle inkraft, die Abmahnung. Es ist bezeichnend, dass es für diesen Begriff in keiner anderen Sprache dieser Welt eine Übersetzung gibt.

Als der Gesetzgeber die Abmahnung erfand, steckten hochlöbliche Ziele hinter dieser Idee. Man wollte die Gerichte entlasten, die mit Klagen über falsche oder schlechte Werbeaussagen nahezu überlaufen wurden. Inzwischen ist aus dieser Idee aber ein eigenständiger Geschäftszweig für Anwälte geworden. Das Abmahnwesen, vor allem gegen kleinere Unternehmen und Einzelpersonen ist ein Geschäfrt, das in die Millionen geht. Für größere Firmen ist es einfach ein zusätzlicher Kostenfaktor, wie etwa die anstehende Erhöhung der Mehrwertsteuer. Die Kosten einer Abmahnung werden einfach in den Werbekosten einer Anzeigen-Kampagne mit kalkuliert, bezahlt und abgehakt. Ist die Kampagne erfolgreich, wird sie von einem anderen Standort oder einer Tarnfirma aus erneut durchgeführt. Wieder werden die Abmahnkostenm bezahlt und das Spiel geht weiter. Was das mit praktischem Vebraucherschutz zu tun hat, kann niemand ernsthaft erklären.

Der Verbraucherschutz wird aber immer wieder als Argument für eine Abmahnung vorgeschoben. Die Dummen bei diesem Abmahnirrsinn sind die kleinen deutschen Firmen und letztendlich der Verbraucher selbst. Dieser zahlt die kalkulierten Abmahnkosten über höhere Preise natürlich aus seiner Tasche. Hier ist eine sinnvolle Neuregelung dringend angesagt. Dies ist eine Aufgabe für die EU, da der Handel von Nahrungsergänzungen aus dem Ausland immer stärker zunimmt. Holland wird hierbei häufig erwähnt, weil sich die Gesetze dort einfacher definieren lassen.

Was bedeutet das alles aber für die interessierten Menschen, die sich über eine sinnvolle Nahrungsergänzung ausführlich informieren wollen? Sie werden immer stärker desinformiert. Hiebei spielt das Internet eine immer größer werdende Rolle.

Nahrungsergänzung - Nahrungsergänzungsmittel 5
   
     
Wer sich heute für Nahrungsergänzungsmittel und ihre tatsächliche Wirksamkeit informieren will, geht dazu häufig ins Internet. Gibt man zum Beispiel bei Google den Suchbegriff "Nahrungsergänzung" ein, erhält man mehr als 2 Millionen Links als Antwort. Diese Zahl steigt wöchenlich weiter an. Dies alleine zeigt, wie heiß umkämpft der Markt der Nahrungsergänzungsmittel inzwischen ist. Es geht ja auch um einen Umsatz in Milliardenhöhe.

Welcher dieser mehr als 2 Millionen Internetseiten soll man nun aber glauben? Da werden Pillen, Säfte und Pülverchen angepriesen, die nicht nur alle Krankheiten heilen, sondern auch noch das Altern aufhalten und den Sexualtrieb steigern. Dazu kommen noch die so genannten "Spam-Mails", die in jeder Mailbox landen. Von Viagra über Penisverlängerungen bis zum absoluten Wundermittel wird alles angepriesen.

Das ist natürlich völliger Unsinn! Das trifft auch auf die vielen "wissenschaftlichen Aussagen" völlig unbekannter Institute zu, die oft zitiert werden. Der Autor der beiden unten erwähnten Bücher hat bei seinen Recherchen herausgefunden, dass werbewirksame Aussagen zu bestimmten Inhaltsstoffen oft mit nachweislich richtigen wissenschaftlichen Studienergebnissen untermauert werden, ohne dass dabei aber auf die medizinisch wichtige Konzentration im angebotenen Präparat besonders eingegangen wird.

Es wird auch mit Inhaltsstoffen geworben, deren Wirkungen noch umstritten sind und in der Forschung erst noch diskutiert und weiter untersucht werden müssen.

Die Werbetexter, deren Aufgabe es ist ein Mittel möglichst interessant und für den Menschen wichtig zu machen, um so das Kaufinteresse zu wecken, gehen häufig auch recht sorglos mit dem Begriff „Nebenwirkungen“ um. Wie neue Forschungsberichte zeigen, können sogar bestimmte Lebensmittel die Wirkungen von Medikamenten beeinflussen. Dies gilt natürlich auch für Lebensmittelteile, die häufig einen großen Anteil des Angebotes an Nahrungsergänzungsmitteln ausmachen.

Leider gibt es auch zahlreiche Produkte auf dem Markt, die mit „Phantasiestoffen“ werben, zu denen auch noch unhaltbare Gesundheitsaussagen gemacht werden. Dies aller verwirrt den Verbraucher nur noch mehr.

Wer sich für eine Nahrungsergänzung entscheiden will, weil er sich persönlich von diesem oder jenem Wirkstoff etwas verspricht, sollte sich zuerst über die echten Inhaltsstoffe einer Nahrungsergänzung genau informieren.

Für die Nahrungsergänzung können verschiedene Inhaltsstoffe eines Produktes wichtig sein. Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren aber auch Flavonoide werden am häufigsten genannt. Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen und was können diese Stoffe alles bewirken? Machen wir uns ein wenig schlau:

Vitamine

Es ist äußerst schwierig, den genauen Vitaminbedarf eines Menschen in reinen Zahlenwerten anzugeben. Zwar gibt es die Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) und der angeschlossenen Organisationen in Österreich und der Schweiz, zusammen als D-A-CH bezeichnet. Doch die sind im internationalen Vergleich sehr niedrig angesetzt. Der Grund hierfür liegt in der gedanklichen Basis.Die Werte der DGE beziehen sich auf die zur Erhaltung des normelen Gesundheitszustandes und die dafür benötigten täglichen Mindestmengen.

Ein anderer Zweig der Wissenschaft geht aber seit mehreren Jahrzehnten bereits davon aus, dass man bestimmte Vitamine gezielt zur Verbesserung der Gesundheit und als Anti-Aging-Mittel einsetzen kann. Als einer der Väter solcher Thesen gilt auch nach seinem Tod noch der amerikanische Nobelpreisträger Linus Pauling. Er hat mit seinen Studien und Büchern über Vitamine und Anti-Aging die Wertigkeit der Vitamine in unserer Nahrung in ein anderes Licht gerückt. Linus Pauling starb am 19. August 1994 auf seiner kalifornischen Ranch im Alter von 93 Jahren an den Folgen einer Prostatakrebserkrankung. Die von ihm angegebenen Werte sind um ein Vielfaches höher als die DGE-Werte.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Neben den Vitaminen sind auch Mineralstoffe und Spurenelemente für unsere Gesundheit wichtig. Vor allem bei einseitiger Ernährung kann es auch in diesen Bereichen zu Unterversorgung kommen, wie zahlreiche Studien im In- und Ausland inzwischen seriös belegen. So berichtete die „Ärzte Zeitung“ bereits am 3. April 1998 in einem Artikel mit dem Titel „Magnesium- und Zinkmangel: Ein wohl verbreitetes Problem bei Älteren“ über das Ergebnis einer Studie, an der 202 Arztpraxen beteiligt waren.

Insgesamt sind 21 Mineralstoffe bekannt, die im Körper eine Funktion ausüben. Die meisten von ihnen werden nur in Spuren benötigt und deshalb als Spurenelemente bezeichnet. Verluste an Mineralstoffen treten vor allem dann auf, wenn die mineralstoffreichen Randschichten von Nahrungsmitteln entfernt werden, wie etwa bei Getreide oder Reis. Auch durch das Kochwassers kann ein Auslaugen der Mineralstoffe stattfindet. Ebenso führen Mangeldiäten und anhaltender Durchfall (Diarrhoe) zu einer möglichen Unterversorgung.

Unter dem Oberbegriff Mineralstoffe verstehen wir anorganische Substanzen, die im lebenden Organismus verschiedene wichtige Funktionen ausüben. Beim Aufbauprozess und im Stoffwechsel des menschlichen Körpers werden sie in kleinsten Mengen benötigt. Ebenso wie die später noch genauer erläuterten Vitamine können sie meist vom Körper selbst nicht hergestellt werden und müssen deshalb von außen zugeführt werden. Dies erfolgt im Normalfall täglich über die Nahrung und die Getränke. Kommt es zum Mangel einzelner oder mehrerer Mineralstoffe, stellen sich die unterschiedlichsten Störungen ein.

Man unterscheidet die Mineralstoffe allgemein in zwei Elementbereiche.

    • Mengenelemente sind Mineralstoffe, die in Massenanteilen von mehr als 50 mg je Kilogramm Körpergewicht vorkommen. Die für den menschlichen Organismus wichtigen Mengenelemente sind: Calcium (auch Kalzium geschrieben), Chlor, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor.

    • Spurenelemente oder auch Mikroelemente sind chemische Stoffe, die in Massenanteilen von weniger als 50 mg je Kilogramm Körpergewicht vorkommen. Als essentiell wurden bisher international anerkannt: Arsen, Chrom, Eisen, Fluor, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Vanadium, Zink, Zinn. Sie alle sind wichtige Bestandteilen von Enzymen und Hormonen oder wirken bei bestimmten Stoffwechselreaktionen mit. Es wurden noch verschiedene andere Spurenelemente entdeckt, über deren Funktionen und Wichtigkeit aber bisher keine genauen Erkenntnisse vorliegen

Zwar kann der tägliche Verlust an Mineralstoffen meist wieder über eine ausgewogene Ernährung aufgefrischt werden, doch können viele der zuvor bereits angesprochenen Zustände dies teilweise verhindern. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der bei den meisten ausgesprochenen Empfehlungen nur ungenau oder auch gar nicht angesprochen wird, betrifft nicht nur den absoluten Mineralstoffgehalt. Es ist also nicht nur die Menge eines Mineralstoffs für die Einnahme entscheidend, sondern vor allem die Form, in der es in einem Nahrungsmittel vorliegt. Als Beispiel hierfür führen Wissenschaftler der Universität Hohenheim das Eisen an. Es kann aus pflanzlichen Quellen schlechter resorbiert werden als aus tierischen. Verzehrt man aber gleichzeitig auch Lebensmittel, die reich an Vitamin C sind, verbessert sich die Aufnahme. Dies untermauert auch, wie wichtig eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung für unsere Gesundheit ist.

    * Die wichtigsten Mengenelemente
    * Die wichtigsten Spurenelemente

        
Aminosäuren

Die Aminosäuren werden bereits seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts intensiv erforscht. Vor allem die russische Raumfahrt aber auch die Sportmedizin haben sich diesen Stoffen intensiv gewidmet.

Aminosäuren sind die Bausteine unseres Körpers, aus denen Eiweiß entsteht. So lautet jedenfalls die Standarderklärung in jedem gängigen Lexikon oder im Internet. Deshalb bezeichnet man sie auch als proteinbildend. Außerdem sind sie an der Bildung von Haaren, Haut, Knochen und anderen Körpergeweben, Antikörpern, Hormonen, Enzymen und Blut beteiligt. Bisher hat die Wissenschaft 20 proteinbildende Aminosäuren entdeckt. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Aminosäuren. Sie sind für den Stoffwechsel wichtig, nehmen aber nicht an der Eiweißbildung teil. Die 20 proteinbildenden Aminosäuren unterschied man jahrelang in zwei Gruppen:

    • Mindestzufuhr lebenswichtig = essentiell,
    • Mindestzufuhr nicht lebenswichtig = nichtessentiell.

Nach dem heutigen Wissensstand erscheint diese Einteilung aber nicht mehr sinnvoll. Wir wissen inzwischen, dass es zu Verschiebungen kommen kann und die Grenzen zwischen essentiell und nichtessentiell fließend sind. Hierbei können z.B. veränderte Lebenssituationen und Umstände verantwortlich für diese Art der Verschiebungen sein. So gibt es u.a. Aminosäuren, die Leistung steigernd und Muskel aufbauend (anabol) wirken. Sie können in bestimmten Fällen durchaus lebenswichtig sein. Aminosäuren dieser Art werden inzwischen als dritte Gruppe mit der Bezeichnung semiessentiell (halb-lebenswichtig) belegt. Es ist diese Gruppe der Aminosäuren, die eine immer größere Rolle bei der sinnvollen Nahrungsergänzung spielen.

Protein ist die Substanz, die alle Lebewesen gemeinsam haben, ja, ohne die Leben, wie wir es kennen, nicht möglich ist. Der Begriff Protein ist dem Griechischen entliehen und heißt dort soviel wie „das Erste“. Diese Bezeichnung trifft auch zu, denn nur Protein ist in der Lage, Zellen aufzubauen und Gewebe zu erneuern oder zu reparieren. Es handelt sich dabei, etwas fachlicher ausgedrückt, um hoch molekulare stickstoffhaltige Naturstoffe mit einer vielfältigen biologischen Funktion. So sind auch die den Körper in wichtigen Funktionen kontrollierenden Hormone letztendlich Proteine. Als bekanntestes Beispiel sei hier das Insulin angeführt, das unseren Zuckerspiegel im Blut reguliert. Diese Proteine wiederum bestehen aus Aminosäuren. Somit müssten die Aminosäuren eigentlich „das Allererste“ heißen, wenn das nicht ein grammatikalisch fürchterlicher Begriff wäre, denn sie sind die Bausteine des Proteins und somit des Lebens. Wir unterscheiden heute verschiedene Arten von Aminosäuren nach ihrem Vorkommen:

    • D- bezeichnet künstliche Aminosäuren
    • L- bezeichnet natürliche Aminosäuren
    • DL- bezeichnete Aminosäuren, wie z.B. DL-Phenylalanin, bestehen dann meist aus beiden Formen. Diese Bezeichnung findet sich meist auf Beipackzetteln von Medikamenten, die mit Hilfe solcher Aminosäurenkombinationen hergestellt wurden, wie etwa das Schmerzmittel DLPA.

Einzelne Aminosäuren werden im Körper zu Ketten verbunden, den so genannten Di- (zwei), Tri- (drei) oder Poly- (viel) Peptiden. So entstehen dann letztendlich die Proteine.

Was so zu Protein verbunden werden kann, wird im Rahmen unserer Verdauung dann auch wieder gespalten. Anders ausgedrückt: Die Proteine, die wir jeden Tag mit der Nahrung aufnehmen, werden im Rahmen der so genannten Proteinverdauung in unserem Magen-Darmtrakt wieder in ihre Bestandteile zerlegt. Die Proteinverdauung beginnt im so bezeichneten „sauren Milieu“ des Magens. Durch die im Körper vorgehende Eiweißzersetzung (endogene Protease) werden die Nahrungsproteine in kürzere oder längere Stücke aufgeteilt. Beim Transport durch den Darm als Nahrungsbrei wirken weitere Säfte auf die Proteine ein. Im Dünndarm wird der Brei dann durch den Saft der Bauchspeicheldrüse (Pankreassaft) auf Werte eingestellt, die zwischen „neutral“ und „leicht alkalisch“ liegen. Im weiteren Verlauf der Wanderung durch den Darm werden dann u.a. freie Aminosäuren resorbiert. Diese gelangen dann über den Darm in den Blutkreislauf. Sie müssen also vom Magen nicht verdaut werden.

    * Die 8 essentiellen Aminosäuren
    * Die 4 semiessentiellen Aminosäuren
    * Die 8 nicht-essentiellen Aminosäuren
    * L-Carnitin - etwas Besonderes


Flavonoide

Die Flavonoide sind, vereinfacht ausgedrückt, wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, deren Bedeutung für den Stoffwechsel immer intensiver erforscht wird.

Fachlich betrachtet handelt es sich bei Flavonoiden um die in der Natur am häufigsten vorkommenden Polyphenole. Bis heute sind mehr als 6.500 unterschiedliche Formen dieser Stoffe bekannt. Wissenschaftlich unterteilt man sie in 6 Gruppen, die sich wie folgt darstellen (alphabetisch geordnet):

    Anthocyane erzeugen rote und bleue Pigmente, kommen z.B. in Kirschen und blauem Trauben vor.

    Flavanole haben eine adstringierende Wirkung, kommen z.B. in Äpfeln, grünem Tee und Rotwein vor.

    Flavanone sind Bitterstoffe, kommen z.B. in Orangen und Grapefruit vor.

    Flavone erzeugen helle gelbe Pigmente, kommen z.B. in Paprika und Sellerie vor.

    Flavonole erzeugen helle gelbe Pigmente, kommen z.B. in Endivie und Zwiebeln vor.

    Isoflavonoide sind Phytoöstrogene, kommen z.B. in Sojabohen und Reiskleie vor.

Eine Krebs hemmende Wirkung beim Menschen wird oft beschrieben, konnte bis heute aber wissenschaftlich nicht bestätigt werden. In Tierversuchen zeigten Flavonoide allerdings eine Schutzwirkung bei Brust-, Dickdarm- und Hautkrebs. Bei den Versuchstieren zeigten sich dabei aber starke Speziesunterschiede. Ob sich die gewünschte Hilfe gegen den Krebs mit Hilfe von Flavonoiden einmal auch auf den Menschen übertragen lässt, wird uns die Zukunft zeigen.

Nachgewiesen wurden inzwischen aber antibakterielle und antivirale Wirkungen. Auch positive Wirkungen auf die Blutgerinnung sind erkannt worden.
 


Hier noch einmal zu den Vitaminen. Hier sind Angaben der DGE und Angaben von Linus Pauling angegeben.

http://www.deam.de/heilp/beitrag/vitamin.htm

Was meinst Du Medizinmann denn zu den Angaben von Hr Linus Pauling?

Viele Grüße Petra
« Letzte Änderung: 16. November 2007, 09:49:04 von Petra » Gespeichert

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« Antwort #1 am: 24. Februar 2008, 16:39:56 »

Hallo,

sorry habe die Frage erst jetzt gesehen (LOL!) Großes Grinsen

Ich denke der Pauling wußte genau, was er tat und empfahl. Also ich denke, das macht Sinn. Entsprechend hoch dosierte Multis wo das was der Pauling empfiehlt drin ist gibts in USA (Multi 1-3 von Jarrow Formulas z. Bsp.). 

Liebe Grüße

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